Montag, 20. November 2017

M87 - was für ein hartes Stück Arbeit

Die letzte ausgewachsene Männergrippe hat mir ermöglicht, ein paar Hefte aufzuholen, sodass ich wieder bei einem Schnitt von einem Heft pro Tag bin.
Und die Männergrippe kam gerade zum rechten Zeitpunkt, da ich vermutlich sonst auf dem Weg nach Magellan stecken geblieben wäre. Aber wenn man ohnehin nicht viel Anderes tun kann ...

Nee jetzt mal ohne Quatsch, dieses M 87-Dings ist in meinen Augen ein Drama allerersten Ranges. Wer bitte erzählt so eine Geschichte?

Da gibt es erst einmal die Freifahrer.
Das Zusammentreffen von Freifahrern und Solarem Imperium - was hätte man da für Geschichten erzählen können! Aber nein, Scheer verballert das Thema auf vier brunzlangweiligen Seiten in Band 300.

Dann taucht das Robotschiff OLD MAN auf.
Groß, gefährlich geheimnisvoll. Wow! Hammer, coole Geschichte. Aber nein, in Band 302 (oder 303, ich weiß es nicht mehr) erfährt der geneigte Leser, was es mit dem Ding auf sich hat. Laaangweilig! Karl Herbert, was ist los?

Na gut nächste Chance: Roi Danton.
Coole Sau, tragischer Charakter. Was hätte man den aufbauen können. Man stelle sich nur vor - ein Gegenspieler, der nicht der ollen Mirona gleich kurz vor Schluss wie der Gott aus der Maschine steigt (in Mironas Fall natürlich Göttin), sondern dem Leser seit 100 Heften bekannt ist. Und am Ende dann der "Ich-bin-dein-Vater-Effekt. Aber nein! Im Nebensatz fällt einen Band später, dass Roi der Sohn des Unsterblichen ist. Toll!

Aber OK, kann passieren. Kein Problem. Aber als wäre nicht schon genug dramatisches Potential den Bach runtergegangen, erfährt ungefähr jede Figur, die auch nur ansatzweise eine tragende Rolle spielt, wesssen Sohn der gute Roi nun ist. Ledigleich der Vater bleibt 25 Hefte lang ahnungslos. Unglaubwürdig hoch Siebzehn. Mann! Karl Herbert, was ist passiert?

Nee ehrlich, der Zyklusanfang ab Band 300 ist in meinen Augen echte Quadratgrütze und Herr Haufen befindet sich in seiner ersten echten Durchbeißphase. Voller Unverständnis darüber, was an diesem Zyklus auch nur annähernd gut sein soll. Vermutlich hat Ralf Recht, wenn er sagt, dass die Expokraten bei diesem Zyklus damals einfach zu viel wollten.

Wurst! Diese Phasen gehören dazu. Ich geh wieder lesen, wollte mir nur mal kurz Luft machen.

Kommentare:

  1. Tja, so ist das eben, wenn man grad einen für die damalige Zeit "legendären" Zyklus hingelegt hat und den jetzt toppen muss. Da wird viel Pulver verschossen. Und glaub mir, das wird nicht das letzte Mal sein, dass das passiert. Sowohl im nächsten Zyklus, den ich momentan zum zweiten Mal (dieses Mal als Silber Edition) beende, als auch später. Das ist das Problem, wenn Autoren zu viele gute Ideen haben (gibt's das eigentlich, zu viele gute Ideen?). Schlimmer ist dabei eher, wenn nach dem Überschuss irgendwann mal die Dürre kommt. Oder kann man sich heute noch vorstellen, dass die Paramags einmal sowas ähnliches wie Zyklengegner waren? Naja, inzwischen waren sie im Tribunal-Zyklus tatsächlich mal wieder dabei, nach über 2000 Bänden. ;)

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    1. Natürlich gibt es nicht zu viele gute Ideen, nur ein sinnloses Verbraten zu vieler guter Ideen auf engstem Raume.
      Aber, ich bin ja gewarnt: Da wird noch viel Leere und Nichts kommen ;)

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  2. Ich kenne die alten Hefte nur in Form der Silberbände, die ich als Jugendlicher gelesen habe. Interessanterweise habe ich an den M87-Zyklus nur die besten Erinnerungen. Ich empfand ihn damals als noch ein bisschen besser als die MdI und als um Längen besser als der völlig verunglückte Cappin-Zyklus. Das kann aber natürlich auch daran liegen, dass bei der Zusammenstellung der Silberbände sicher viel gekürzt, weggelassen, neu geordnet und behutsam angepasst wurde. Ich kann jetzt nach all den Jahren auch gar nicht mehr sagen, was genau da eigentlich passiert ist und mich fasziniert hat. :-)

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    1. Das habe ich jetzt schon oft beobachtet. Dadurch, dass es für mich kein "früher" gibt, wirken auf mich viele Dinge wohl etwas anders, als auf viele Altleser. Das finde ich ungemein spannend.

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