Donnerstag, 24. Mai 2018

Mit dem Schwarm in die Vergangenheit

Wie wäre es mal wieder mit einer kleinen Zeitreise. Diesmal in die nicht all zu ferne Vergangenheit:

Im modernen Antiquariat meines Vertrauens entdeckte ich vor Kurzem passend zu meiner aktuellen Lektüre alle Bände des Schwarmzyklus. Und zwar in der Trade-Paperbackausgabe in neun Bänden mit durchgehendem Rückenbild. Ich erinnere mich schwach, diese Ausgabe vor meiner Bekanntschaft mit Perry Rhodan einmal in einer Buchhandlung in Koblenz gesehen zu haben. Meine Gedanken war die damals üblichen: "Lass die Finger von der Endlosserie, das schaffst du nie."
Diesmal habe ich die Finger nicht davon gelassen und so zieren diese, wie ich finde doch recht hübschen Bücher einen Teil meines Regals.
Die Perrypedia hält natürlich alle 9 Titelbilder vor, die von Dirk Schulz eigens für diese Ausgabe angefertigt wurden.
 Neugierig auf die Entstehungsgeschichte dieser Bände machte ich mich heute auf die Suche nach relevanten Informationen.

Das Internetarchiv hält eine eigene Seite zu den Schwarm-Paperbacks bereit. Viel ist nicht mehr übrig, aber die hübsche Grafik gibt einen Eindruck des Bildes auf den Buchrücken.
Klaus Frick blickte im Jahr 2013 ein wenig auf die Entstehungsgeschichte der Trade-Paperbacks und vermittelt einen kleinen Eindruck davon, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden war, diese Ausgabe am Markt zu platzieren.
Recht aktuell beschäftigt sich Klaus übrigens wieder mit dem Schwarm-Zyklus. In einem hübschen Artikel wirft er einen Blick auf diesen Zyklus an der Nahtstelle zwischen der Ära Scheer und dem Schaffen des William Voltz.
Deutlich kritischer äußert sich Andy Schmid in einem Artikel des Terranischen Clubs Eden, der an der Sinnhaftigkeit einer Paperbackausgabe zweifelt.
Da ist er wieder, der Spagat zwischen Fanservice für die Altleser und der Gewinnung neuer Käufer - ein Konflikt, der wahrscheinlich zu Perry Rhodan gehört, wie das ewige Ringen zwischen Sense of Wonder und Military SF.
Klar ist die Neuausgabe nicht neu redigierter Silberbandtexte ein relativ preiswertes Unterfangen für den Verlag und offenbar scheint sich die Ausgabe, so wie Klaus Frick schreibt, auch für den Verlag gerechnet zu haben. Wie viele Neuleser Dirk Schulz jetzt mit den neuen Titelbildern generiert hat, weiß ES allein.

Ich freue mich einfach über einen schönen und unverhofften Sammlungszugang, der mir kurz vor meinem Einstieg ins Perryversum schon einmal begegnet ist.

Montag, 21. Mai 2018

Aktuelles Lieblingsheft

Ach, und noch was sehr Subjektives:

Norbet Fiks hat mich ja letztes Jahr im SOL-Interview nach meinen Lieblingsheften gefragt. Da hab ich ja noch kaum was gelesen gehabt.

Mittlerweile führe ich in der Seitenleiste ja die Liste meiner Lieblingshefte. Aktueller Liebling ist da gerade Band 501 - In der Betonwüste. Allein die Figur des halbtoten Simon, erdacht von Herrn Voltz ... sehr großartig. Irgendwie transportiert der Roman bei mir Maddrax-Feeling, lange bevor es Maddrax überhaupt gab.

Ich mag den Schwarmzyklus jetzt schon, merkt man das?

Ich und ebooks

Das ist mal wieder so ein Artikel, der nur mich interessieren wird, so ein typisches Lesetagebuchdingsi:

Jedenfalls war ich über Pfingsten mal wieder zelten und hatte schwer Bock, dran zu bleiben, am Schwarmzyklus, und lud mir drei Romane auf den Reader.

Ich kann mir nicht helfen: das Rhodangefühl der Hefte will sich einfach nicht einstellen, obschon so ein beleuchtetes Display schon fein ist. Es fehlt einfach zu viel: farbiges Cover, die Haptik und der Geruch von Papier, die LKS (zumindest bei den frühen Heften) die Werbeanzeigen ...
Aber, das ist mir mal wieder aufgefallen, ich lese elektrisch langsamer und genauer. Faszinierend.

Es handelte sich übrigens um die Romane 502 bis 504 und denselben Campingplatz, auf dem ich zur Leipziger Buchmesse tief eingeschneit bin. Ich mags da einfach.
So, ich pack mal den Rucksack aus und nehm mir dann ein Papierheft.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Sie kamen aus dem Nichts - 500 Tage Heftehaufen

Wohlan, nach einer etwas längeren Pause lag heute endlich Band 500 auf meinem Tisch: Sie kamen aus dem Nichts von K.H. Scheer - der Auftakt zum Schwarm-Zyklus.
Schon die Aufmachung des Heftes macht Lust aufs Lesen: umlaufendes Cover, größerer Umfang - Leimbindung statt Klammern .

Doch der Reihe nach!

Was steht drin?

Herr Rhodan und seine Kumpels haben den Sombrero etwas entstaubt und sind nun mit dem wunderbarerweise nahezu in Nullzeit entwickelten flammneuen Dimesextatriebwerk zurück auf dem Weg in die heimische Milchstraße. Jippieh!
Mit diesem neuen Wunderding sollte die unvorstellbar große Distanz zwischen den beiden Sternhaufen eigentlich in Nullkommanichts überwunden sein, dementsprechend wird in der Zentrale mehr geflachst, als echter Dienst geschoben.
Doch die Ruhe trügt. Schnell bauen zwei Typen, die in einem anderen Franchise rote Hemden tragen würden, gehörig Mist und landen vor dem Kriegsgericht, weil sie den Antrieb sabotiert haben.
Der Vorfall ist recht schnell geklärt, Perry Rhodan, als oberster Gerichtsvorsitzender wird von moralischen Zweifeln gepackt, ob die Todesstrafe hier gerechtfertigt sei (Chor der Altfans: "Buh, nein! Perry darf nicht zweifeln. Der Sofortumschalter, harte Sau, oberster Militär. Moderner Schnickschnack ...")
Der Alte vertagt den Prozess und fliegt erst mal zur Erde, wo er auf seinen Sohn und einen Haufen komplett verblödeter Menschen trifft. Denn die Saboteure bezeichnen sich selbst als Homo superior und pfuschen irgendwie in den Naturgesetzen rum, sodass alle, bis auf ein paar Mentalstabilisierte, komplett bescheuert werden. (Das klang ja in Band 499 schon kurz an, dass da was im Busch ist.)
Parallel taucht eine riesige Zahl unbekannter Schiffe auf, mehr so schwarmförmig unterwegs und in die Hunderttausende gehend. Nicht gut.
Rhodans Fernraumschiff kann nicht mehr mit ausreichend intelligenter Besatzung versorgt werden, um fix nachzuschauen, wer da kommt. Die paar mentalstabiliserten Männlein reichen vorne und hinten nicht.
Auftritt GOOD HOPE II. Mal schauen, was es mit dem Schwarm so auf sich hat. Ende, Abspann, Werbeanzeigen.

Die detaillierte und enzyklopädische Zusammenfassung liefert wie immer die Perrypedia.

Wie ist es verpackt?

Band 500 ist unverkennbar ein Jubiläumsband. Umlaufendes Cover und ein Umfang von weit über 90 Seiten machen schnell klar: Hier wird ordentlich was gefeiert.
Klar, wenn eine Serie, die urspünglich mal auf 50 Bände angelegt war, zehn Jahre läuft, gehört das gebührend gewürdigt. Hierzu hat sich die Redaktion Folgendes einfallen lassen:
  • Extra langer Roman.
  • Umlaufendes Cover, das zusätzlich als Poster beigelegt ist - leider hat die Zeit dieses Extra bei meinem Heft verschluckt. Die Materiequelle hat zumindest eine Abbildung.
  • 11 Innenillustrationen von Johnny Bruck. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es mit Lord Zwiebus, Ovaron und Ribald Corello auch Helden des vergangenen Zyklus zu bestaunen. Mein Highlight ist da eindeutig Ribald Corello, das olle Superbrain. Die Perrypedia hat sie alle.
  • Vier Leserkontaktseiten mit kurzen Vorstellungen aller damaligen Teamautoren. (Ich kann mir nicht helfen, aber immer wenn Scheer etwas schreibt, höre ich diesen Wochenschausound aus den 50ern in meinem Kopfkino.)

Wie hat es mir gefallen?

Yes! Roi Danton ist wieder dabei, so schlecht kann der Zyklus nicht werden.
Nee komm, jetzt mal ohne Quatsch.
Band 500 ist ein sehr feiner Auftaktband. Die Bedrohung sitzt direkt im Sonnensystem. Zuhause. Perry R. ist nahezu auf sich allein gestellt, weil die bekannte Zivilisation zusammengebrochen ist (Zeitdillatation. Der Flug hat in Wahrheit drei Jahre gedauert, in den sich die Verdummung ausgebreitet hat, alles ist kaputt.)
Man fliegt offenbar nicht wieder irgendwo hin, um sich in fremde Angelegenheiten einzumischen. In mir regt sich die Hoffnung, nicht den dritten Aufguss von MdI zu lesen zu bekommen. Typen, wie die Zentauren tun auf der Brücke der MARCO POLO ihren Dienst. Die mochte ich schon in den 400er Bänden. Dieses komische 200.000-Jahre-Religionsgewusel wird nicht weiter thematisiert - sehr fein. Danke.
Band 500 scheint also ein echter Einschnitt zu sein. Hoffentlich geht es mit dem Elan der ersten 50 Cappins-Bände weiter. (Auftritt des Blogger-Extrasinns: "Ralf wird es in einem Kommentar spoilern, Garantiert. Das macht er immer ...")

Ich hatte eine Menge Spaß bei der Lektüre von Band 500. Sowohl der Roman als auch die Beigaben haben mir echt gut gefallen. Ich bin neugierig auf den neuen Zyklus, der hoffentlich mit dem mittlerweile doch recht eingefahrenen Hinfliegen-rumballern-weltretten-Schema bricht. Mal abwarten. (Okay, vielleicht wird es Zuhausebleiben-rumballern-weltretten ...)
Band 500 selbst wird ab sofort in die Liste der Lieblingsromane aufgenommen.

Und sonst so?

Mein Lieblingssatz ist übrigens auf Seite 32 der Erstauflage zu finden:

"Die Distanz zwischen uns und dem Leuchtfeuer macht etwa 8000 Lichtjahre aus. Wir sind zu Hause, Sir."
Quelle: Sie kamen aus dem Nichts - Pabel Moewig Verlag, 1971

Herrlich!

Mittwoch, 16. Mai 2018

Halleluja - gelobt sei Perry Rhodan

Manchmal stoße ich ja gänzlich unverhofft auf den Unsterblichen, so auch gestern wieder, als mir meine mich in allen Spinnereien unterstützende Gattin einen Link zu einer Kinderbibel schickte.
Gott und ich - schwieriges Verhältnis, aber was die Sueddeutsche Zeitung in einer Bewertung des hier angebotenen Buches schreibt, ließ mich doch schmunzeln. So heißt es gleich im ersten Satz:
"Wer die Bibel und ihre Geschichten nicht kennt, der bewegt sich durch die abendländische Kultur, durch ihre Kirchen und Museen, wie ein Altphilologe auf einem Perry-Rhodan-Kongress: ratlos."
Quelle: https://www.buecher.de/shop/kinderbibeln/die-kinderbibel-ebook-epub/nieden-eckart-zur/products_products/detail/prod_id/37485220/ (Abgerufen: 16.05.2018)
Zur ganzen Besprechung geht es hier, leider wird Herr Rhodan nicht wieder aufgegriffen. Den Originalartikel der SZ habe ich nicht finden können,  er ist aber auf buecher.de als erste Rezension eingestellt. (Nein, ich bekomme nichts für den Link, ich mag einfach nur die Besprechung.)

Montag, 7. Mai 2018

Gelesen: Perry Rhodan Olymp 8 - Die Herren von Adarem


Youtube hat mal wieder ein witziges Thumbnail ausgespuckt und ich präsentiere stolz mein sonnenverbranntes Knie. In Anbetracht der Uhrzeit verzichtete ich auf venusischen Feuerwhisky. Es war einfach zu früh.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Vorfreude auf den Schwarm

Noch habe ich eine Menge anderer Dinge im Kopf, aber so langsam kommt die Vorfreude auf Band 500 auf. Mal wieder so richtig tief eintauchen ins klassische Perryversum nach einer längeren Pause - klingt verdammt gut.

Natürlich habe ich mich nicht selbst gespoilert und die Handlungszusammenfassung in der Perrypedia gelesen (Ja, das Schwarmdingstralala war in Band 499 schon angelegt). Aber die Innenillustrationen sehen echt klasse aus. Lord Zwiebus und Ribald Corello ... Hach, ein Traum in pulp fiction ... besonders der olle Ribald.
Ein paar Tage räume ich der Vorfreude noch ein, dann stürze ich mich wieder ins Abenteuer. Das wird fein.

Allerdings habe ich keinen Schimmer, ob mein Heft noch die Posterbeilage hat. das wäre ja zu schön. Vermutlich ist die aber Verschütt gegangen. Mal schauen

Montag, 30. April 2018

Der Monat im Rückblick - April 2018

Heißa, Walpurgisnacht. Da wird es Zeit, den Rückblick in diesem Monat mal pünktlich abzusetzen. Ist ja auch nicht sonderlich schwer, denn der April 2018 war für mich sicherlich der unrhodanistischste Monat seit Start meiner Lesereise.

Nach dem turbulenten März mit seiner Buchmesse war einfach mal Pause angesagt. Routiniert las ich den Cappinszyklus zu Ende und war gespalten bis positiv überrascht.
Bisschen Olymp war auch noch und ich lernte Klausi kennen, weil ich endlich mal wieder den Zeitreisenden traf.

Irgendwann in der nächsten Woche freue ich mich auf Band 500, aber jetzt sind andere Sachen dran. Bücher von Andreas Brandhorst oder Robert Corvus zum Beispiel ...

Ach und nochwas: Ich habe mich von der Heftehaufen-Facebookseite getrennt. Das war doppelte Arbeit. Wer lesen mag, derf gern hier vorbeikommen. Sollte ich den Eindruck haben, dass ein Artikel besonders interessant ist, werde ich ihn weiterhin manuell in den entsprechenden Gruppen teilen.

Sonntag, 22. April 2018

Interessanter Sammlungszuwachs - Heftehaufen goes Terra

Ich hatte es im Monatsrückblick schon mal fallen lassen: Der Heftehaufen hat, wie ich finde, sehr interessanten Zuwachs bekommen. Neulich habe ich in Andernach ein paar Planetenromane für kleines Geld erwerben können, ein netter Mensch trennt sich Stück für Stück von seiner Sammlung. Letztens melde er sich, ob ich Interesse an Terra-Heften hätte.
Ich sag mal so: "Jaaaaaaaaaaaaa! Bitteeeeeeeeeee ..."

Jetzt bin ich also stolzer Besitzer von 40 Heften unterschiedlichen Erhaltungsgrades der Reihen "Terra", "Terra Extra", "Terra Sonderband" und "Terra Nova". Unter anderem sind Scheers "Über uns das Nichts" und ein Heft mit Kurzgeschichten von Willy Voltz dabei. Ich bin gespannt.

Aber erst einmal werde ich auseinanderdröseln, welche Reihe jetzt was ist und wer der Nachfolger von wem ist und überhaupt. Hier und hier scheinen sich gute Informationen zu finden. Wenn jemand noch ein paar Quellen hat, wäre ich für einen Kommentar dankbar.

Der Atomhandel von Clark Darlton - Copyright by Pabel Moewig Verlag, 1967

Donnerstag, 19. April 2018

Gelesen: Perry Rhodan Olymp 7 - Land der Seligen

Zyklusrückblick: Die Cappins

Der April brachte nicht nur jede Menge Sonne und damit Arbeit an Haus und Garten, sondern auch das Ende des Cappinzyklusses.
Aus verschiedenen Gründen habe ich mir für die zweite Zyklushälfte etwas Zeit gelassen, aber nu isser gelesen, und ich bin einigermaßen zerrissen.

Grandiose erste Hälfte

Ich hatte im Februar ja an anderer Stelle schon mal kurz vorjubiliert und meiner Begeisterung über die ersten Hefte Ausdruck verliehen, und dabei bleibe ich auch. Die ersten 49 Hefte des Cappinzyklusses gehören für mich bis jetzt (Lektüre der ersten 500 Bände und dann wieder ab Band 2600) zum Besten, was ich bis jetzt im Perryversum gelesen habe. Selbst meine heiß geliebten Posbis stinken dagegen ab.
Ribald Corello, Lord Zwiebus, Tipa Riordan ... großartige Figuren mit tollen und glaubhaften Hintergrundgeschichten (Ja, wenn man Perry Rhodan liest, ist selbst ein wiederauferstandener Neandertaler glaubhaft. Ja, echt jetzt, da gibts ne gute Erklärung für, wie der olle Urmensch plötzlich zum Raumfahrer wird.)
Und dann sind da noch jede Menge fantasievoller Wesen, wie die Zentauren, die Antimateriewesen, großartige Präastronautikdinger, wie die Sache mit den Nazca-Linien. Hammer! Ich bin immer noch hin und weg.
Und selbst, die mir so unliebe Zeitspringerei ging mir nicht auf den Keks. (Ja, ok, mir erschließt sich immer noch nicht, warum zwischen Abflug mit der Zeitmaschine und der Rückkehr unbedingt mehrere Stunden liegen müssen - vermutlich nur deshalb, damit der Autor spannendes Zeug erzählen kann, das den wartenden Besatzungsmitgliedern in der relativen Gegenwart widerfährt ... Ach egal, ich hatte Spaß.

Völlig konfuse zweite Hälfte

Tja, und dann kommt der Aufbruch mit der MARCO POLO, diesem großartigen Fernraumschiff - und wieder fliegen Perry und seine Kumpels in eine fremde Galaxis und räumen auf ... gähn ... oder wie Volker neulich sagte: "Das wird aber noch ein paar Mal passieren."
Na gut, dann sei das so. Kann ja auch ganz spannend sein.

Ralf hat das Wesen des Cappin-Zyklus in einem Kommentar sehr treffend zusammengefasst. So treffend, dass ich ihn hier einfach noch einmal in voller Länge zitiere:

Nun, ich würde nicht wirklich behaupten, dass mit Band 400 eine Ära aufgehört hat oder eine neue begonnen. Im Gegenteil, die alte Vorgehensweise wurde da noch kräftig fortgeführt, auch wenn dies in der ersten Hälfte noch nicht so richtig rüberkommt. Die zweite Hälfte dagegen, wenn der Zyklus seinen Cappin-Zyklus überhaupt erst richtig verdient, erschien mir immer wie eine direkte Kopie des MdI- und des M87-Zyklus. Und wieder fliegen die Terraner in eine ferne Galaxis, um einen Gegner zu erforschen (ok, in den 300ern war das mehr unfreiwillig ;) ), während zuhause die Gefahr immer größer wird. Bis auf die Tatsache, dass in den 200ern und den 300ern die Völker dieser Galaxis doch wesentlich exotischer waren und in Gruelfin fast nur humanoide Cappins rumlaufen (ich denke, damit verrate ich nicht wriklich viel :D ). Der erste wirklich große Umschwung in der Serie kam meiner Meinung nach erst mit der 500, als das erste wirklich kosmische Element eingefügt wurde und man erkennen konnte, dass das Universum eben aus mehr besteht als aus Galaxien, deren Herrscher entweder diktatorische Unterdrücker sind, die andere Galaxien erobern wollen (MdI und Takerer), oder Wesen, die genauso solche Unterdrücker künstlich erschaffen (Konstrukteure des Zentrums).
Die erste Hälfte des Zyklus kam mir irgendwie so vor, als ob die Autoren zwar viele tolle Ideen hatten und diese auch erst verwirklichen wollten, dies dann aber aus dem Ruder lief und zur zweiten Hälfte alles wieder auf die alte Spur gebracht wurde. Das lässt dann die erste Hälfte aussehen wie die frühen Bände, als es ja noch gar keine Zyklusstruktur gegeben hat.
Hm, irgendwie sieht das jetzt ein bisschen nach Zyklus-Bashing aus. Dabei mochte ich doch so einige Ideen aus dem Zyklus.
Zeitreisen: Ich liebe Zeitreisen, auch wenn diese hier schon abstruse Ausmaße annahmen. Und die Zyklopen..., aber was solls. :)
Zwist zwischen den Menschenvölkern: Wurde schließlich mal Zeit, auch wenn das so schon bei den Plophosern vorgekommen war. Aber ewig konnte das schließlich nicht so weitergehen mit dem Imperium.
Accalauries: Ich liebe Antimateriewesen. Denen möchste ich wirklich mal die Hand schütteln... ups, lieber doch nicht. Echt schade, dass das Thema nur noch einmal in der Serie aufkommen sollte.
Supermutant Ribald Corello: Der hatte schon ein paar völlig abgedrehte Fähigkeiten. Hm, vielleicht gefallen mir deswegen inzwischen die Mutanten bei NEO besser.

Nur die Cappins waren eben eine grandiose und ultimative Enttäuschung. Allen voran Ovaron und der Kult um seine Person. Aber ich will mir ja noch was für deinen Zyklus-Rückblick aufbewahren. ;)

OK, Ralf, du willst dir was aufbewahren. Was mich am meisten gestört hat, war diese Inkonsistenz. In der Milchstraße geht in 200.000 Jahren der Punk ab, ganze Zivilisationen entstehen, gehen unter ... der ganze Zirkus - und nebenan warten sie 200.000 Jahre auf den Messias? Im Ernst jetzt? Was für ein Unfug! Aber mit der angeblich fehlenden Zyklusstruktur im ersten Teil, da kann ich dir beim besten Willen nicht Recht geben.

Was mich wirklich interessiert

Ja, die zweite Hälfte des Zyklus ist in meinen Augen komplett verbockt. All die tollen Sachen, die man in der ersten Hälfte aufgebaut hat, werden mit einem Flug im Fernraumschiff zerstört.
Mich würde mal interessieren, warum man das getan hat. Was war damals in der Redaktion los? Inwieweit hat Scheer sein "Baby" durch den Jungspund Voltz bedroht gesehen? Worüber haben Redaktion, Expokratur und Autoren kommuniziert? Und wie haben sich die Leser verhalten? Sind die in Scharen abgesprungen, weil plötzlich das vertraute Muster verlassen wurde? Ist man deshalb zur zweiten Zyklushälfte wieder zum "Perry-fliegt-wohin-und-rettet-alle" zurückgekehrt? Ralf hat auch hier ein paar schöne Gedanken in einem Kommentar hinterlassen:

Das war glaub ich die Zeit, als die Serie in die erste große Krise geriet. Es wiederholte sich ja alles, schon wieder eine Gefahr aus einer anderen Galaxis, wieder eine Expedition mit einem Großraumschiff in diese Galaxis. Das wurde langweilig und nutzte sich ab. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum mit 500 das Ganze gedreht wurde und das erste Mal sogar kosmische Züge reinkamen. Damit wurde die Krise zwar noch nicht überwunden, was man am frühen Ende des Schwarm-Zyklus und dem nicht sehr erfolgreichen Innenpolitik-Zyklus ab 570 sah, aber spätestens mit 650 ging es dann wieder aufwärts und es wurde richtig groß. Das war ja auch die Zeit, in der das Exposé langsam an William Voltz übergeben wurde (im Schwarm erst noch im Team mit K.H. Scheer und später dann allein).

Ich hoffe, dass der TCE eine zweite Auflage des Scheerschen Nachlasses herausgibt, dann wäre zumindest diese Perspektive für mich mal nachvollziehbar. Und vielleicht sollte ich mich mal durch die Erinnerungen von Inge Mahn, der Ehefrau von William Voltz, graben. Die gibt es ja zum Glück online.
Zu den Verkaufszahlen aus dieser Zeit wird sich wohl nichts finden lassen.

Wie gehts jetzt weiter?

Dieses Ein-Heft-pro-Tag-Dings scheint ein ganz guter Rhythmus für mich zu sein. Allerdings werde ich jetzt erst einmal eine kleine Pause mit den alten Heften einlegen und mich ein paar anderen Projekten literarischer und unliterarischer Natur widmen.
So ab der ersten Maiwoche sollte ich dann wieder in den Ring steigen und schauen, was es mit dem Schwarm auf sich hat. Aber bis dahin bleibt ja noch Olymp, was ich sehr fein finde.

Mittwoch, 18. April 2018

Galaktisches Gartentreffen

Was aus einem kurzen Kommentar in einem Blog alles werden kann ...

Gestern traf ich mich zum Abschluss eines wundervollen Frühlingstages mal wieder mit Volker in Brühl. Bei Kaltgetränk und ein paar Nüssen überreichte ich Volker ein paar Mitbringsel von der Buchmesse und er präsentierte mir die wirklich wunderschöne Posterkollektion mit Illustrationen von Dirk Schulz. Die sehen schon nicht schlecht aus, diese Titelbilder, so im Format DIN A4 und ohne Schrift und Logo drauf. Ich bin echt am überlegen ...

Volker und ich überlegten ein wenig wegen Garching, wo wir ja demnächst zusammen hinfahren und wegen Köln, wo meine kleine Plauderei mit Michael Pfrommer im Conbuch erscheinen wird. Außerdem tauschten wir Literaturtipps aus und philosophierten über das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Sehr fein mal wieder!
Übrigens hat Volker ein rosa Hausschaf, das auf den Namen Klausi hört. Es musste unbedingt mit aufs Foto.

Volker, Klausi und ich freuen uns über die PR-Posterkollektion (Foto: Maria Palmer-Hoff)

Mittwoch, 11. April 2018

Der Monat im Rückblick - März 2018

Jetzt ist der April schon fast zu einem Drittel rum, und ich komme heute erst zum Fazit für März. So ist das eben in bewegten Zeiten. Nichtsdestotrotz: hier ist mein März.

So lief die Leserei

Rhodanistisch bewege ich mich durch Olymp und die letzten Hefte des Cappins-Zyklusses. Nach einem Sprint im ersten Teil lasse ich es im zweiten Teil etwas langsamer angehen. Das liegt nicht nur an der völlig zerfahrenen Handlung ab der Zyklushalbzeit, vielmehr hat mir die Buchmesse einen Haufen spannender Bücher ins Regal geschwemmt, die mich auch brennend interessieren. Und selbst mein Tag hat nur 24 Stunden.
Also: Rhodan im Normalmaß und viel Ausgleichsliteratur - das war mein Lesemärz.

Das passierte im Blog

Die Bloggerei im März stand ganz im Zeichen der Leipziger Buchmesse, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal besucht habe. Ausgestattet mit Telefon und Laptop tauchte ich in diese wunderbare Bücherwelt ein und schrieb jeden Tag auf, was mir persönlich widerfahren ist. Wer mag, kann ja hier mal loslesen.

Das machte der Sammlungsaufbau

Neben einigen Fanartikeln und signierten Heften sind mir gestern einige Terrahefte in den Schoß gefallen. Da die mir so richtig gut gefallen und das ja auch schon im April war, schreib ich demnächst was dazu, wenn ich die Beute detailliert gesichtet habe.


Donnerstag, 29. März 2018

Das neue Corona Magazine ist da

Während ich in den letzten Zügen des Cappin-Zyklus liege, hat es mir das neue Corona Magazine auf den Reader gespült. sporadisch verfolge ich dieses wirklich tolle Magazin schon eine ganze Weile, muss aber zugeben, dass ich erst seit dem Jahr 2018, also seit drei Ausgaben zu den regelmäßigen Lesern gehöre. (Nicht ganz unschuldig daran ist übrigens die krasse Veränderung des Perry Rhodan Newsletters, der mich bis vor Kurzem noch mit interessanten und gut recherchierten Hintergrundinfos versorgt hat. Aber das ist ein anderes Thema.)

Wohlan also! Das Corona Magazine, 3/2018 bietet wieder einen munteren Reigen durch die deutsche und internationale Phantastik mit starker Betonung von Star Trek.
Alexandra Trinley sorgt dafür, dass Herr Rhodan nicht zu kurz kommt. Ihre Kolumne befasst sich in diesem Monat mit Atlans Rückkehr. Interessant und gut zu lesen. Alexandra Trinley eben ;)
Das Magazin gibt es direkt und kostenlos beim Verlag "In Farbe und Bunt" oder ebenfalls kostenlos bei nahezu allen ebook-Verkaufsgeschäften im Internet. Feine Sache das.

Wo sie gerade sagen Newsletter: Der Münchner Perry Rhodan Stammtisch stellt mit schöner Regelmäßigkeit auch einen erstklassigen Newsletter zu allem rund ums Perryversum zusammen. Wer auf Herrn Rhodan steht und Ellerts Stammtisch Post noch nicht kennt, sollte unbedingt hier und ebenfalls kostenlos zuschlagen.
Und was den "offiziellen" Newsletter angeht: Der alte Infotransmitter war eine Wucht an Informationen, der ich regelmäßig entgegenfieberte. Mir ist klar, dass es ein Höllenaufwand ist, so ein Informationsfüllhorn regelmäßig zusammenzustellen und habe vollstes Verständnis für die Einhaltung jeglicher Kosten-Nutzen-Betrachtungen, aber ein wenig nachtrauern darf ich dem alten Infotransmitter schon noch. Bei der Trauerbewältigung hilft die "News-Abteilung" der Verlagshomepage.

Dienstag, 27. März 2018

Leipziger Buchmesse - Survivaltipps im Nachhinein

So, bevor ich mich hier wieder Herrn Rhodan und seinen Kumpanen widme, möchte ich mit ein paar Tagen Abstand noch ein paar Gedanken zur Leipziger Buchmesse festhalten. Vielleicht sind sie ja im nächsten Jahr jemand von Nutzen, eventuell sogar mir selbst.



Also los:

Leipziger Buchmesse - Wie hinkommen?

Die Leipziger Buchmesse ist ein fantastisches Literaturfest, das einen Besuch absolut wert ist.
  • Wenn du Blogger bist, lohnt es sich, wenn du dich auf der Seite der Buchmesse vorab akkreditierst. Das ist schnell erledigt, und wenn die Presseabteilung deinen Blog für buchartig genug hält, bekommst du kurze Zeit später eine hübsche Pressekarte, mit einem noch hübscheren B für Blogger, die dir an allen Tagen freien Eintritt gewährt.
  • Wenn du kein Blogger bist, kannst du zwischen verschiedenen Tickets wählen. Wenn es geht, vermeide den Samstag. Da ist es brechend voll.
  • Die Übernachtungskosten in Leipzig sind zu Messezeiten abartig hoch. Wenn du ein Auto hast, empfehle ich ein Quartier deutlich außerhalb. Für die Preisdifferenz kannst du im Rückwärtsgang mit Vollgas nach Leipzig fahren und bist immer noch billiger dran. (OK, das war übertrieben, aber Übertreibung macht anschaulich.)
  • Wenn du Blogger mit Auto bist, kannst du beruhigt den Presseparkplatz benutzen. Am ersten Tag fährst du einfach mit der Pressekarte rein und bekommst dann einen Parkschein.
  • Wenn du mit der Bahn kommst, solltest du Menschenmengen gegenüber resistent sein, besonders am Samstag.

Leipziger Buchmesse - Einmal drin, was nun?

  • You made it. Feine Sache! Mein wichtigster Tipp: Sei neugierig, schau über den Tellerrand, den Tellerrand deines Lieblingsgenres und den der großen Publikumsverlage. All das auf dem Teller bekommst du nämlich auch außerhalb. Auf der Messe tummeln sich unendlich viele Klein- und Kleinstverlage, die spannende Bücher dabei haben. Lass dich verzaubern, aber achte auf dein Budget ;)
  • Das Messeprogramm bekommst du auf Papier, oder noch besser, als laufend aktualisierte App. 
  • "Leipzig liest" bietet hunderte, tausende wundervoller Lesungen. Vom unbekannten Selfpublisher bis zur absoluten Starautorin. Solltest du zu Lesungen aus zweiter Kategorie wollen, plane genügend Zeit ein. Komm früher, oder steh in der zehnten Reihe.
  • Sei mutig! Die Autoren und Autorinnen, die nach Leipzig kommen, wissen, dass sie hier im engen Kontakt mit Lesern stehen. Wenn du höflich fragst und neugierig bist, bekommst du interessante Antworten. Wenn du dich aber nicht traust, ist die Chance vorbei.
  • Hab ich schon geschrieben, dass du auf dein Bücherbudget achten sollst? In der Regel kannst du bequem mit deiner EC-Karte zahlen. Hierzu stehen an jeder Gangkreuzung in allen Hallen Menschen mit mobilen Kassensystemen, was problemlos funktioniert. Einige wenige Stände nehmen nur Bargeld, wenn du Pech hast, haben sie ein interessantes Buch da. Ein wenig Bargeld solltest du also dabei haben. Auf der Manga- und Comicmesse kannst du an einigen Ständen mit Mastercard zahlen.
  • Essen kannst du mitnehmen, oder dich dort verpflegen. Die Preise sind messeüblich, das Essen ist ok. Wenn du einen Presseausweis hast, bekommst du morgens im Presseclub gratis Kaffee, die Bloggerlounge bietet günstige Gerichte und Getränke. (und Strom für deine Geräte)

Leipziger Buchmesse - Bewegung!

  • Das Messegelände besteht aus fünf Hallen und einem Kongresszentrum, die über Glasbrücken an eine zentrale Halle angeschlossen sind. In der Halle ist besonders am Samstag der Teufel los. Je nach Veranstaltung können einige der Brücken zu Einbahnstraßen erklärt werden. Zu Stoßzeiten können die Wege deshalb recht lang werden. Kalkuliere genügend Zeit ein.
  • Jede Halle ist mit der nächsten nicht nur über die Glashalle verbunden, sondern auch über Hintereingänge. Wenn du die nutzt, bist du mitunter schneller und hast ein wenig frische Luft.
  • Die Ordner machen ihren Job freundlich aber bestimmt. Leg dich nicht mit ihnen an, sie halten das samstägliche Chaos in Grenzen.
  • Die Tage auf der Buchmesse sind lang, die Wege sind weit. Sport- oder Wanderschuhe sind dein Freund. 
  • Die Temperaturen innerhalb der Messehallen schwanken stark. Zwiebellook ist super.
  • Und nimm kleines Gepäck für deine Ausrüstung mit. Hackenporsches nerven wie Sau.

Leipziger Buchmesse - Infrastruktur
  • Du bist auch Blogger, feine Sache. Im Pressezentrum erhältst du die Zugangsdaten zum gesonderten Presse-WLAN. Das ist zwar auch nicht das ganz Gelbe vom Ei, was Geschwindigkeit angeht, aber allemal besser, als das öffentliche WLAN, das in der Regel funktioniert, zu Stoßzeiten aber schon mal überlastet ist.
  • Wenn du Strom brauchst, mach eine Pause in der Bloggerlounge. Da gibts Sofas und Kaffee.

Lepiziger Buchmesse - Abreise

  • Wenn du es irgendwie schaffst, meide Stoßzeiten. Sowohl in der Bahn, als auch auf der Straße ist unmittelbar nach Messeschluss die Hölle in Tüten los. Geh früher, oder trink irgendwo noch einen Kaffee, es sei denn, du magst die Warterei in großen Menschenmengen.

Das sind nur meine 2 Cent. Mit Sicherheit habe ich etwas vergessen und sehe manches sehr subjektiv. Wenn du noch einen Tipp hast, schreib ihn einfach in die Kommentare. Wir sehen uns nächstes Jahr!

Sonntag, 18. März 2018

Leipziger Buchmesse - Tag 4 Nachmittags

Also, das wars dann!

Beinahe zumindest. Denn der Nachmittag bot noch kurzweiliges Überraschungsprogramm.
Zur Mittagspause lauschte ich einer Aufführung von "Amadeus - Ein Mitmachprogramm für Kinder", dargeboten von Mitgliedern des mdr-Rundfunkchores und -orchesters. Eine tolle Abwechslung und ein wirklich schönes Musikstück, das die anwesenden Kinder begeisterte. Mich übrigens auch.
Und dann war da ja noch die Sache mit dem angestiegenen Meeresspiegel nach der Eiszeit. Von einem der Lektoren von Feder und Schwert erhielt ich eine zufriedenstellende Erklärung für die Verbindung zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer: Der Spiegel dieser beiden Wassermassen ist aufgrund von Schmelzwasser stark angestiegen. Passt so, auch wenn das noch nicht alle Fragen klärt. Ich bin versucht, ins Regelwerk des Rollenspiels zu schauen.

Und dann stolperte ich tatsächlich in eine Lesung von Bernhard Hennen und Robert Corvus. Die beiden trugen sehr unterhaltsam aus dem 5. Band der Phileassonsaga vor, wobei Robert es sich nicht nehmen ließ, am Ende wieder einen Thorwalerchor zu dirigieren.
Der Thorwalerchor besteht aus allen Zuhörern, die vom Autor ein Textblatt erhalten und fortan mitzusingen angehalten sind. Fehlende Melodiesicherheit ist dabei unbedingt durch Lautstärke auszugleichen. Ein großer Spaß. Das Wohl!

Robert Corvus und Bernhard Hennen bereiten sich auf die Lesung vor.
Die Zeit war nun doch recht fortgeschritten, sodass ich beschloss, noch ein letzte Mal Messeflair zu spüren und eine abschließende Runde durch alle Hallen zu drehen. Ich bewunderte noch einmal Cosplayer, mit welcher Hingabe sie ihre Figuren darstellen, unterhielt mich sehr nett mit einem Ahmadiyya Muslim und lauschte dem Buchmessechor, der von Mitgliedern des mdr-Rundfunkchores und anderen Sängern gebildet wurde. Irgendwie surreal, wenn zwei Prinzessinnen Mononoke einer schwedischen Weise lauschen und dazu Thor, Spiderman und Bilbo durchs Bild huschen. (Bilbo war übrigens barfüßig.)

Für mich geht es jetzt zurück, voll mit Eindrücken, beladen mit Büchern und betankt mit Elan für die nächsten Vorhaben.
Ganz zum Schluss traf ich übrigens noch Martin. Schön, ein Gesicht zum Twitterhandle zu haben. Gute Reise. Man sieht sich wieder.

Leipziger Buchmesse - Tag 4 Wider die Stereotypen

Die Aufgabe des Tages gestaltete sich nicht gerade einfach. Das Messebuch des Tages sollte ein Buch werden, das mit gängigen Rollenklischees bricht. Inspiriert dazu hat mich eine Podiumsdiskussion des Nornennetzes, einer Vereinigung phantastischer Autorinnen. Da lag es nah, deren Stand als Ausgangspunkt meiner Suche zu nehmen.
Eine dort gerade stattfindende Lesung einer Vampirgeschichte ließ mich allerdings zurückschrecken. Vampirzeug ist jetzt nun wirklich nichts, was irgendwelchen Rollenklischees zuwiderläuft. Da hilft auch ein modernes Setting und teilweise rüde Wortwahl nichts. Also doch wieder nur Geschichten über Frauen, die nur dann erfolgreich sind, wenn sie typisch männliches Verhalten annehmen oder sich beißen lassen? Nicht wirklich. Ich ziehe weiter.
Ich frage an einem Stand der ausschließlich von Frauen bedient und belagert wird,  nach Fantastic Romance, die ich auch als Mann lesen kann, und werde reichlich seltsam angeschaut. Schade, aber dann bleibt halt unter euch. Ich suche doch nur etwas, in dem Männer nicht immer kämpfen und Frauen sich befreien müssen.
Letztendlich fallen mir dann doch noch zwei Bücher auf, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann, weswegen ich einfach beide mitnehmen werde.

Als erstes fiel mir der Roman "Jamil - Zerrissene Seelen" von Farina de Waard aus ihrem eigenen Fanowa-Verlag auf.

Jamil - Zerrissene Seele - (c) Fanowa Verlag 2017 (Das Cover ist mit Lentikularfolie bezogen und changiert zwischen blau und rot)
Laut Klappentext kämpft ein junger Mann um sein Überleben und Frieden zwischen Kulturen. Also doch wieder Kampf? Dabei ist, so Farina de Waard, Jamil derjenige, der nicht zum Schwert sondern zum Wort greift, ein Mann, der sich als Flüchtling inmitten einer fremden Kultur wiederfindet.
In einem interessanten Gespräch wird mir ein Buch vorgestellt, das sich mir als Mischung aus Entwicklungsroman und hochaktueller Parabel zur Füchtlingsthematik darstellt. Ich bin gespannt. Farina de Waard ist übrigens der reale Name der Autorin

Das zweite Buch finde ich wieder bei der Edition Roter Drache. Mit "Jinntöchter - K_ein orientalisches Märchen" erzählt Carmilla deWinter die Geschichte von Maya, die wegen des Geheimnisses, das sie in sich trägt, in eine Verschwörung gerät. Carmilla deWinter (es handelt sich um ein Pseudonym) erzählt mir von Maya, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine eigene Familie zu haben. Also doch wieder das Befreiungsdings? Frau deWinter verneint heftig. Befreiung ja, aber eben nicht durch Imitation männlichen Verhaltens. Politische und gesellschaftliche Wirren bringen sie dazu, diese Pläne gründlich über den Haufen zu werfen und sich den drohenden Intrigen zu stellen.
Ich fühle mich entfernt an Marion Zimmer Bradley erinnert und freue mich auf die Lektüre.

Jinntöchter - (c) Edition Roter Drache 2017
Heute werde ich vermutlich früher die Segel streichen, noch einmal beim unsterblichen Vorbeischauen und dann einfach in einer Lesung landen. Welche das sein wird, weiß ich nicht. Schließlich bin ich zum Entdecken hier.

Leipziger Buchmesse - Tag 4 Morgens


Es ist Sonntag, 9:00 - der letzte Tag der Buchmesse bricht an. Obwohl ich gestern echt platt war, habe ich mich dazu entschieden, noch einmal in den Trubel einzutauchen, denn noch ist so viel zu entdecken.

In manchen Augenblicken fühlt es sich an, als würden hier viele verschiedene Buchmessen in einem großen Rahmen stattfinden. Die Comichalle ist eine ganz andere Welt, als Halle 2, mit Phantastik und Jugendliteratur, oder gar die Hallen mit der sogenannten ernsten Literatur (Oh, wie ich diese Unterscheidung inbrünstig verabscheue ...) In der zentralen glaskuppel treffen sich dann all diese Messebesucher, staunen über das Schaulaufen der Cosplayer oder lauschen Dominique Horwitz bei einem Interview. Klaus Frick schrieb in seinem Blog ganz treffend, dass die Messe einfach zu groß ist, um alles mitzubekommen. Scheiße passiert genug auf der Welt, ich berichte lieber über die Dinge, die mir Freude machen, und die die Welt ein winziges Bisschen besser zu machen versuchen.

Aber zurück zur Phantastik. Wetterbedingt suchte ich ja gestern nach dem Schneebuch und wurde bei Feder und Schwert fündig. Die Anthologie "Eis und Dampf" war abgesehen von zwei Comics mein erster literarischer Ausflug in die Welt des Steampunk - und sicherlich nicht mein letzter.

Eis und Dampf - (c) Feder und Schwert Verlag, 2013
Die Welt von Eis und Dampf spielt in einem 19. Jahrhundert, das mit den Auswirkungen einer 1000 Jahre zurückliegenden Eiszeit zu kämpfen hat. Ersonnen wurde diese Szenerie für das gleichnamige Rollenspiel und bietet nun den Hintergrund für 13 unterhaltsame Geschichten, von denen ich 4 bereits gestern Abend gelesen habe. (Meine Wanderhütte hat übrigens eine Heizung, habe ich das schon erwähnt?)
Die Geschichten, die ich bereits las, bieten kurzweilige Unterhaltung und halten für mich, als Steampunk-Neuling allerlei spannende Entdeckungen parat. Einzig die Welt scheint mir nicht ganz stimmig. Wenn es zu einer großräumigen Vergletscherung Nordeuropas kommt, müsste der Meeresspiegel nennenswert sinken. Stattdessen zeigt die im Buch enthaltene Karte sogar eine Verbindung zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Vielleicht hat bei Feder und Schewrt heute jemand kurz Zeit, mir das zu erklären.
Insgesamt schließe ich mich aber den Rezensenten von "Übermorgenwelt" und "Literatopia" an: "Eine wunderbare Mischung. Macht einfach Spaß."

Das Motto des heutigen Tages? Ich fand die Podiumsdiskussion des Nornennetzwerkes zu weiblicher Phantastik sehr interessant. Mal schauen, was das Schicksal dort für mich bereithält.

Samstag, 17. März 2018

Leipziger Buchmesse - Tag 3 Abends

Die Messe ist knallvoll. Ich habe Hunger und erinnere mich an die Mochis, die ich heute morgen um 10:00 in Halle 1 gesehen habe.
Ich schiebe mich also mit 56 Kaito Kids (56 männlich) und 450 Fliegenpilzen (alle weiblich) an 4000 japanischen Schulmädchen (3000 weiblich 1000, männlich) 23 Elsas (alles weiblich), einem Officer Hobbs (weiblich) und 10.000 mir völlig unbekannten Mangafiguren (8000 weiblich, 1998 männlich, 1 Plüschlöwe, 1 mit Pappvollverkleidung) und erwerbe drei Packungen Mochis, also süße japanische Reismehlkugeln, und eine Schachtel Pocky Sticks.

Reismehlkugeln und Stangenkekse

Die Suche nach einer ruhigen Ecke dauert ewig. Es scheitert nicht an Ecken, mehr so an Ruhe, aber dann schmecken sowohl Mochis als auch Pocky Sticks.

Nach der Mahlzeit schiebe ich mich wieder in Halle 2 und bin froh, dass im Bereich der phantastischen Literatur vergleichsweise Ruhe und Frieden herrschen. Ich setze mich in die Leseinsel und lausche einigen Autoren vom Nornennetz und erfahre eine Menge über weiblich geprägte Fantasy. Das klingt so interessant, dass das ein Thema für morgen werden könnte.
Für heute bin ich platt, werde mal schauen, was die Autobahn so zu berichten weiß und hoffe, weniger als zwei Stunden zu brauchen. Falls es länger wird, tröstet mich der Gedanke an die Heizung in meiner Wanderhütte.

Ich freue mich auf morgen.

Mit Ulf Fildebrandt kann man auch mal mitten im Gang stehen bleiben
Markus Heitz kann schreiben.
Kai Hirdt war auch in Halle 1. Er hat sich noch nicht erholt.


Leipziger Buchmesse - Tag 3 Und was war derweil in Japan?

Heute morgen um 10:00 war es noch recht leer, mittlerweile ist vor lauter Cosplayern kein Durchkommen mehr. Hier einige Eindrücke von den farbenfrohen Ständen einer Welt, bei der ich lediglich an der Oberfläche kratzte:

Ob ich mich hier einkleiden sollte?
Überraschungstüten zu jedem erdenklichen Thema

Oder sollte ich doch lieber Schlips tragen?

Wenn mir diese Nacht kalt am Kopf wird, könnte ich doch vielleicht ... Blau oder grün?

Pocky Sticks sollen ja in Hamm der letzte Schrei sein. Ich werde es testen.

Alles so schön bunt hier.

Dosenpanda für 8 Euro?

Leipziger Buchmesse Tag 3 - Mittags

Die philosophische Frage nach dem freien Willen lässt sich auf der Leipziger Buchmesse leicht beantworten: Du darfst einen möglichen Weg nur nehmen, wenn dir kein Ordner im Weg steht.
Mittlerweile ist es so voll, dass die Besucherströme auf festen Wegen zwischen den Hallen hin und her geleitet werden. An dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön an die Ordnungskräfte, die absolut unaufgeregt und stets hilfsbereit ihrer Arbeit nachgehen. Klasse!

Umkippen nicht mehr möglich
Von hier aus werden die Besucherströme in die Hallen geleitet
Heute Morgen rief ich "Eis und Schnee" zum Tagesthema für das Messebuch aus. Fündig wurde ich beim Verlag Feder und Schwert, der mit "Eis und Dampf" eine Steampunkanthologie vorlegt.
Vorgestellt wurde mir ein Buch, dessen Geschichten in einer Welt spielen, die im 9. Jahrhundert von einer Eiszeit heimgesucht wurde. Kurzgeschichten mag ich, Steampunk habe ich noch nicht wirklich viel gelesen, bin aber sehr neugierig. Dementsprechend gespannt bin ich, das Messebuch des Tages heute Abend aufschlagen zu können.
Eis und Dampf - (c) Feder und Schwert
Das Genre Steampunk habe ich bis jetzt etwas vernachlässigt und gedenke das zu ändern. Literarisch.
Nach der Buchsuche schloss sich eine Lesung von Andreas Brandhorst an, bei der ich endlich auch Norbert Fiks über den Weg lief. Jippieh.

Andreas Brandhorst beantwortet Fragen (Das Foto wurde mir freundlicherweise von Norbert Fiks zur Verfügung gestellt.)
Nach einem kurzen Interview trug Brandhorst aus seinem Roman "Die Tiefen der Zeit vor". Laut Auskunft des Autors soll das Hauptthema der Erzählung die Frage nach der Menschlichkeit sein. Philosophische Science Fiction? Klingt gut. Die Menschheit wurde beim Aufbruch ins All fast vernichtet und trägt seitdem ein kollektives Trauma mit sich. Genetisch an ihre jeweilige gesellschaftliche Aufgabe angepasste Menschen kämpfen um das Überleben ihrer Spezies. Ein programmierter Soldat jedoch träumt vom Frieden, der seiner genetischen Disposition zuwider läuft. (Zack, da ist der freie Wille wieder).
Als der Autor dann noch erwähnte, dass der Angriff auf einen Planeten über eine Straße aus der Vergangenheit erfolgt, war es um mich geschehen. Meine Hassliebe zu Zeitreisen war erwacht.
Mal schauen, wie Brandhorst mit diesem Thema umgeht. Ich freue mich derweil über eine Ausgabe, die sowohl vom Autor wie auch vom Titelbildkünstler Arndt Drechsler signiert wurde.

Andreas Brandhorst signiert auf der Leipziger Buchmesse 2018
Danach schaute ich kurz am Perry Rhodan Stand vorbei, wo ich gemeinsam mit Klaus Bollhöfener und Philine-Marie Rühmann einige Rahmenbedingungen für eine Veranstaltung im nächsten Frühjahr absteckte. Das wird bestimmt spannend.

Oliver Fröhlich und Philine-Marie Rühmann halten Kugelschreiber

Übrigens, Veranstaltung: Wer Andreas Brandhorst selbst lesen hören möchte, den kann ich guten Gewissens zu Norbert Fiks Hinterm Mond schicken. Am 6. Oktober findet auf dem Kulturspeicher in Leer der 2. Tag der SF-Literatur in Ostfriesland statt. neben dem Perry Rhodan Autor Kai Hirdt wird dort auch Andreas Brandhorst zu Gast sein.

Leipziger Buchmesse - Tag 3 Morgens

Ich bin umgezogen. Schnee und nächtliche Temperaturen um -10 °C sind selbst mir als passionierter Draußenseier dann doch ein wenig zu viel, zumal ich bei der Schneelast doch um das Zeltgestänge fürchte.

Sieht doch ganz heimelig aus.

Schluss mit lustig. Zelt flachlegen und Ausrüstung schonen.

Nachdem ich gestern ja nach dem hoffnungsvollsten SF-Buch auf der Messe suchte, war die abendliche Lektüre in der Therme gesetzt. Und tatsächlich: "Reiseziel Utopia" entpuppt sich als abwechslungsreiche Geschichtensammlung aus einer positiv gezeichneten Zukunft. Gefällt mir richtig gut. Mit Gerhard Huber und Dieter Bohn sind auch zwei ausgewiesene Rhodanisten mit Texten vertreten. Nicht nur deshalb bekommt die Kurzgeschichtensammlung "Reiseziel Utopia" aus der Edition Roter Drache von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Wetterbedingt könnte ich mich ja heute nach einem Phantastikbuch umsehen, in dem Eis und Schnee eine Rolle spielen ... (Nein, ich meine nicht das naheliegende und bereits verfilmte Feuer-und-Eis-Dings.) Überhaupt fasziniert mich das Angebot der vielen Klein- und Kleinstverlage viel mehr, als das der großen Publikumsverlage.
Um 11:30 liest dann mit Andreas Brandhorst einer der Großen und Bekanten, deren Texte mich dennoch faszinieren. Außerdem hoffe ich, noch dem ein oder anderen bekannten Menschen über die Füße zu laufen. Schließlich war Norbert Fiks extra beim Friseur.
Noch ist das Pressezentrum angenehm leer, ich bin gespannt, wie viele Besucher heute den Weg durch den Schnee finden.
Lasset den Zirkus weitergehen!

Freitag, 16. März 2018

Leipziger Buchmesse - Tag 2 Derweil bei Perry Rhodan

Mittlerweile ist auch am Perry Rhodan Stand mehr los. Christian Montillon signiert fleißig und beantwortet Fragen, Thomas Frick verschenkt ein Lächeln und signiert seine STELLARIS-Kurzgeschichte. Desweiteren sind auch Madeleine Puljic und Dirk Schulz eingetroffen.

Christian Montillon und Thomas Frick signieren Band 2950

Leipziger Buchmesse - Tag 2 Literaturlounge

Sandra Kegel, Denis Scheck und Andreas Eschbach waren die Gäste der Sendung "Buchzeit: Die Kraft des Utopischen. Über Science fiction und literarische Utopien" des  Fernsehsenders 3sat. Die Moderation übernahm Gert Scobel. Da mit Eschbach und Scheck zwei ausgewiesene und bekennende Rhodanisten auf dem Sofa saßen, konnte ich mir die Diskussion kaum entgehen lassen.

Andreas Eschbach schreibt demnächst hoffentlich wieder etwas für die Raketenserie
Denis Scheck bekannte sich nicht nur im Film "Unser Mann im All" zum Unsterblichen (Leider war Scheck derartig viel beschäftigt, dass es nur zu einem einzigen Foto reichte, auf dem er die Augen geschlossen hat.)

Nach der Vorstellung der Gäste durch Gert Scobel und Sandra Kegel attestierte Scobel der Science Fiction den allerschlechtesten Ruf im Feuilleton, der sich so gar nicht mit den Verkaufszahlen eines Andreas Eschbach deckt. Und dennoch sprach er der SF-Literatur allerhöchste Relevanz zu, indem er einen Nature-Essay zitierte, nach dem wir alle Teil und Autoren eines gigantischen Science Fiction Romans seien.
Die Literaturkritikerin Kegel wollte oder konnte dem nichts entgegensetzen, Scheck sprang ihr später zur Seite, indem er die These aufstellte, nach der es nur gute und schlechte Bücher gebe, Genrediskussionen interessierten ihn nicht. Danke, Denis Scheck. Denn genau das ist wohl der Punkt.
Eschbach kann einer Genrediskussion offenbar insofern nichts abgewinnen, als dass für ihn mittlerweile alles Science Fiction geworden ist, was die Unterscheidung erschwere.

Vor dem Hintergrund allgegenwärtiger Science Fiction Themen entspann sich eine Interessante Diskussion über technischen Fortschritt. Denis Scheck ist enttäuscht vom technischen Fortschritt zu seinen Lebzeiten, Eschbach erklärte den Dyson-Händetrockner zur bisher größten technischen Erfindung des 21. Jahrhunderts. Nur Gert Scobel ist begeistert von den gesellschaftlichen Auswirkungen des Internet und lobt William Gibson. Überhaupt: Das böse Internet! Scheck bekomt spontan Szenenapplaus für die These, das kein elektrisches Kommunikationsgerät  seine Lebensqualität verbessert habe. Schade. So eine plumpe These hätte ich von Scheck nicht erwartet.

Interessant wurde die Diskussion rund um die These, dass wir in einer Art Spätantike leben, die ihren zivilisatorischen und technischen Höhepunkt bereits überschritten hat. Scheck und Eschbach sehen diesen Höhepunkt Ende der 1990er Jahre. Interessante Parallele, der ich durchaus einiges Abgewinnen kann.

Danach zerfaserte die Diskussion für mein Gefühl etwas, drehte sich darum, was passiert, wenn die SF von der Realität eingeholt wird, brachte interessante Aspekte zutage, nach denen Zeitreisen in der chinesischen Literatur seit einigen Jahren verboten sind, aber gerade als es um die gesellschaftliche Relevanz von Science Fiction Themen zu gehen begann, war die Sendung auch schon vorbei. Schade.
Ich hätte der Runde in ihrer geistvollen und interessanten Diskussion noch deutlich länger lauschen können, wenn ich mir auch mehr Impulse von Seiten der Literaturkritikerin Kegel gewünscht hätte.

P.S.: Immerhin hat Andreas Eschbach den Namen Perry Rhodan mal wieder in 3sat fallen lassen. Feine Sache.

Leipziger Buchmesse - Tag 2 Vormittags

Während ich diese Zeilen schreibe, haben mir der Unsterbliche und sein Personal gerade einen Platz an ihrem Stand angeboten. Vielen Dank dafür und Grüße von Michael Marcus Thurner.

Woran Michael Marcus Thurner wohl gerade arbeitet?
Am Eingang ist schnell klar, dass heute mehr los ist, als gestern. Ich fürchte Schlimmes, als ich an Halle 1 vorbei muss. Zwischen gefühlt 1484 Cosplayern ist aber noch ausreichend Boden zu sehen. Es gilt also noch als leer. Viel Spaß am Samstag ...

Es ist deutlich mehr los, als gestern, aber immer noch angenehm gemütlich
Die Suche nach dem hoffnungsvollsten Phantastikbuch hat mich zur Edition Roter Drache geführt. Die Anthologie "Reiseziel Utopia" scheint zu halten, was ich mir erhoffe. Die von Stefan Holzhauer herausgegebene Sammlung verspricht, einen Blick in eine bessere Zukunft zu ermöglichen, wobei positive Utopien immer eine Frage des Betrachtungswinkels zu sein scheinen, wie es im Klappentext heißt. Ich bin gespannt.

Reiseziel Utopia - (c) Edition Roter Drache

Interessantes Verlagsprogramm bei der Edition Roter Drache
Am Stand des Unsterblichen war eben auch Kai Meyer zu Gast, von dem mir Klaus Frick verriet, dass er leider keinen Jubiläumsband schreiben wird. Also wieder einer aus dem Rennen im großen Rätselraten um Band 3000.

Kai Meyer und Klaus N. Frick unterhalten sich innig. Leider nicht über den Inhalt von Band 3000.
Ich freue mich, gleich noch Andreas Eschbach und Denis Scheck auf der 3Sat-Bühne zuhören zu dürfen. Stay tuned.

Beste Grüße aus Österreich

Falls noch jemand eine Wochenendbeschäftigung sucht

Leipziger Buchmesse - Tag 2 Morgens

8:21, Rasthof Plötzensee. Die Nacht war ruhig, kein Frost. Alles im grünen Bereich. Den gestrigen Abend ließ ich in der Therme ausklingen, nicht ohne mir Ascheland von Oliver Kyr vorzunehmen. 
206 Seiten, die mich an eine emotionale Grenze gebracht haben. 
Zacharias Brandt, genannt der Kindermacher, ist der letzte zeugungsfähige Mann in einem zerstörten Land. Er tauscht auf seiner ziellosen Wanderung Beischlaf gegen Lebensmittel.
Was klingt wie eine krude Männerphantasie entpuppt sich schnell als eine zutiefst philosophische Erzählung über den Wert von Leben: Wenn alle sagen, dass Kinder das Wichtigste sind, warum zerstören wir dann ihre Welt?
Ascheland von Oliver Kyr ist mit Sicherheit das traurigste, melancholischste und doch tiefsinnigste SF-Buch, dass ich in der letzten Zeit gelesen habe. Definitiv nichts für die unbeschwerte Lektüre zwischendurch.

Plan für heute: Ich suche das hoffnungsvollste phantastische Buch auf der Messe.
Gibt es überhaupt noch hoffnungsvolle und mutmachende Science Fiction? Ich will doch schwer hoffen.
Außerdem hätte ich für eine besondere Person gern ein Autogramm von Christoph Dittert. Ich werde also Eulen nach Athen und ???-Bücher auf die Buchmesse tragen.

Donnerstag, 15. März 2018

Leipziger Buchmesse - Tag 1 Nachmittag

Ich habe die Bloggerlounge gefunden. Angenehm temperiert - und es gibt Strom. Find ich einen feinen Service, einen Ort anzubieten, wo man mal relativ geräuschfrei sitzen und sich ausruhen kann.

Nachreichen kann ich noch ein paar Bilder aus Halle 1, wo es neben Mangas und Cosplayern auch allerlei Gadgets und Ausstattungen gibt. Handybilder müssen reichen, da ich heute keine Kamera mitschleppen wollte.

Steampunker werden hier sicher auch fündig

Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Vermutlich werde ich alt, oder so ...

OK ...

Ich denke darüber nach, mir dekoratives Zweithaar zuzulegen.

Ins Gilgamesch-Epos habe ich am Stand von Carlsen einen Blick geworfen, muss aber gestehen, dass ich mit dem Buch wenig anfangen konnte. Die Zeichnungen sind sehr kunstvoll im Stile alter Steintafeln. Gut gemacht, aber nicht meins.

Dafür habe ich beim Acabus-Verlag zugeschlagen und mir von Björn Bedey eine Dystopie verkaufen lassen. Ascheland von Oliver Kyr werde ich wohl in den nächsten Tagen mit in die Therme nehmen. Geschichten aus einer entvölkerten Welt scheinen mir gerade doch eher attraktiv. Woran das wohl liegen mag?

Leipziger Buchmesse - Tag 1 Vormittag

Prolog

Ich suche mir eine ruhige Ecke an einem Stehtisch, verbinde meinen Computer mit dem WLAN, während allerlei Menschen in schwarzen Rollkragenpullovern vorbeiziehen. Ich wähne mich weit weg von der Mangamesse, als ein Ghostbuster im selbstgestrickten Kostüm vor mir steht. Der Comicmesse scheint kein Entkommen. Großartige Menschenmischung hier.

Tag 1 - Der Vormittag

Nach einer eher ruhigen Nacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wache ich früh um 6:00 Uhr auf. Schlafen bei frischer Luft ist einfach unschlagbar. Ich frühstücke, dusche, packe dann meine Siebensachen un mache mich auf den Weg nach Leipzig. Eine Stunde Autofahrt bis zum Presseparkplatz.
Dort werde ich freundlich eingewiesen, erhalte meinen Parkschein und lasse im Pressezentrum meine Eintrittskarte freischalten. Gefühlt jeder scheint hier so ein Pressebändsel umzuhaben. Selbst Denis Scheck, seines Zeichens bekennender Rhodan-Freund, der kurz vor mir in der Schlange steht.
 
Es ist noch leer um 10:30, also beschließe ich einen Blick in Halle 1 zu werfen. Ich wurde vor Horden von Cosplayern gewarnt.
Ich sag mal so: Es ist faszinierend, dort rumzulaufen, aber am Samstag werde ich diese Halle meiden.
Ich drehe zwei faszinierte Runden, kaufe zwei Hefte am Stand der Sammlerecke und verschwinde erst einmal.
 
Ich frug freundlich nach Foto- und Veröffentlichungserlaubnis
Enter: The große Glashalle. Wow! Da ist dann auch die berühmte Treppe mit dem gigantischen Buchmesselogo. Herr Haufen staunt und schwitzt.
Biosphäre 2 - oder so. Es ist warm hier.

Ich steuere Halle 2 an. Der Perry Rhodan Stand ist in der Phantastikecke gleich zwischen Schulbüchern und Kinderliteratur. Keine schlechte Gesellschaft. Madlen Bihr ist schon da, ihr Mann macht ein Foto von uns. Ich bin noch nicht wirklich wach, drehe noch einige Runden durch den Phantastikbereich und lasse die Atmosphäre auf mich wirken.
Was mir auffällt sind ganze Horden von Kindern. Offenbar scheint die Buchmesse ein beliebtes Ziel für Schulausflüge zu sein. Find ich klasse.

Herr Rhodan ist noch wenig besucht, eine gute Gelegenheit, ihn abzulichten

Madlen Bihr ist schon da. Ihr Mann hat uns bereitwillig fotografiert
In Halle 4 dominieren Menschen in Jackets und schwarzen Rollkragenpullovern. Hier sind die großen Publikumsverlage zuhause. Und auch hier jede Menge Kinder. Find ich immer noch klasse.

Halle 5 erreiche ich durch einen etwa stickigen Glasgang, auch hier tummeln sich Anzugmenschen und Rollkragenträger. Dafür ist die Auswahl der Verlage sehr vielfältig: Klein- und Kleinstverlage von interessant bis seltsam anmutend.  Die Halle erfordert einen zweiten Blick.

Einschub:
Keinen zweiten Blick erfordert der Typ mit Sperrholzbreitschwert, Schaumstoffperücke und Bademantel, der hier gerade vorbeiläuft ... vermutlich werde ich alt, oder so.

Halle 3 bietet den großen Sendeanstalten und weltanschaulichen Vereinigungen Platz. Nicht wirklich meins. Hier sind auch die Stände, mit denen ich nichts zu tun haben mag. Zum Stöbern jedoch lädt die Regalmeile der Leipziger antiquariate ein. Nicht thematisch, sondern nach Händlern geordnet. Ich bemerke jedoch einen gewissen information overkill (widme dieses Wort der Gesellschaft mit der Petition zum Verbot von Anglizismen) und beschließe, etwas zu essen zu suchen. Und frische Luft. Vielleicht schau ich mir danach Cosplayer an, oder sehe mal, wer sich bei Herrn Rhodan rumtreibt, oder suche nach dem Gilgamesch-Epos am Stand von Carlsen ... Zum Glück habe ich eine Dauerkarte. Hier ist so viel zu entdecken!

Mittwoch, 14. März 2018

Leipziger Buchmesse - Tag 0

Heute Morgen bin ich in aller Ruhe in Richtung Leipzig aufgebrochen. Auf der Autobahn überholte mich Ralf Kramp. Nicht, dass Herr Kramp und ich uns persönlich kennen würden, aber wer groß mit www.kriminalhaus.de durch die Gegend fährt, legt es drauf an, erkannt zu werden. Mal schauen, was KBV zur Messe mitgebracht hat. (Liebhaber handgemachter Kuchen und stilvoller Atmosphäre werden das Café Sherlock in Hillesheim lieben.)

Mein Basislager steht allerdings nicht in der Messestadt selbst, sondern eine gute Stunde außerhalb in der Natur:

Die Raumstation für die nächsten paar Tage steht
Wie man dem Bild eventuell entnehmen kann, bin ich alles andere als ein Hotelmensch. Und da ich Abends gern meine Ruhe habe, lag es nahe, die Liebe zur Literatur mit einer zweiten Leidenschaft zu verbinden, dem Draußensein. Nachtfröste sind keine mehr angesagt, aber auf dem Brocken habe ich eine Menge Weiß ausgemacht. Gut möglich also, dass ich die Messe einen Tag Messe sein lasse und einen Dampfzug besteige. Das wird sich weisen.

Wie immer im Zelt habe ich kein Papier einstecken. Vielmehr lud ich die beiden letzten Ausgaben des Corona Magazines auf meinen Reader. Neben einer Menge Nachrichten aus der SF-Welt nimmt auch der Unsterbliche immer wieder den ihm gebührenden Raum in dem monatlich erscheinenden Heft ein. Das Schöne an diesem kostenlosen Fanmagazin ist die Eigenschaft, in allen gängigen Onlinebuchhandlungen kostenlos verfügbar zu sein.
Reinlesen ins Corona Magzin lohnt immer!